Chronik - Die Gruppe im Wandel der Zeit
Heute, mehr als fünfzig Jahre nach ihrer Gründung, zählen die Seewaldkobolde 211 Mitglieder und sind im Narrenverein Seegockel die zweitstärkste Gruppe nach den Buchhorn-Hexen. Von diesen Mitgliedern sind 127 aktive Hästräger und 18 passive Mitglieder zwar nicht mit Häs und Maske unterwegs, tragen aber gewissermaßen hintern den Kulissen auf die verschiedensten Arten zum Gruppenleben bei.
Dass den Kobolden der Nachwuchs so schnell nicht ausgehen wird, beweist eindrucksvoll die Jugendgruppe: sage und schreibe 37 Kinder von 0 – 12 Jahren sowie 29 Jugendliche von 12 – 18 Jahren sorgen dafür, dass es der Jugendgruppenführung nicht langweilig wird.
Die Attraktivität der Maske und die bereits sprichwörtliche Kameradschaft und Harmonie innerhalb der Gruppe sind der Grund dafür, dass sich die Vorstandschaft alljährlich mit einer Flut von Aufnahmeanträgen konfrontiert sieht. Würde man jedem Antrag entsprechen, hätte sich die Gruppe spätestens in zehn Jahren nochmals verdoppelt!
So steht die Gruppenführung jährlich vor der schweren Aufgabe, den meisten der vielen Interessenten zu erklären, warum ausgerechnet sie in diesem Jahr nicht aufgenommen werden konnten...
Schon im ersten Jahr kam man auf die Idee, für Nachwuchsmitglieder, die sich zunächst die Anschaffung eines eigenen Kostümes nicht leisten konnten, ein sogenanntes Gruppenkostüm aus Spendenmitteln zu finanzieren, um dieses dann auszuleihen. Bis heute wird an neue Mitglieder, die zunächst einmal in das Fasnet-Geschehen bei den Seewaldkobolden hinein schnuppern wollen, im Probejahr ein gruppeneigenes „Leihhäs“ gegen eine geringe Gebühr ausgegeben.
Zur Fasnet 1954/1955, also bereits ein Jahr nach der Gründung, war die Maskengruppe auf 12 Maskenträger mit eigenen Kostümen angewachsen. Mit Rosa Troll hatte die Maskengruppe auch schon einen eigenen „Narrenbüttel“, der sie bei den Umzügen begleitete. Unvergessen ist auch Bernhard Rissler, der über viele Jahre hinweg nicht nur den Narrenpolizisten der Gruppe verkörperte, sondern auch bei der alljährlichen Nikolausfeier im Gasthof Dorfkrug in die Rolle des Nikolaus schlüpfte.
Auch die ältesten unserer Mitglieder schlüpfen fünf Jahrzehnte nach der Gründung noch gerne in ihr Koboldhäs. Auch wenn sie nicht mehr an Umzügen teilnehmen, engagieren sie sich alle sehr intensiv für den Verein und sind aus dem täglichen Gruppenleben nicht wegzudenken. Leider weilt von den damaligen sieben Gründervätern keiner mehr unter uns.
Am 16.01.1960 konnten die Seewald-Kobolde schon die Patenschaft bei der "Kuckuckgruppe" übernehmen. In diesen Jahren, so erinnert sich Max Hauptmann, war die Gruppe beim Funkenaufbau zuerst an der Freitreppe und später am Schloßhafen immer sehr aktiv mit von der Partie.
1978 wurde am 20.01. dann in großem Rahmen das "Silberjubiläum" gefeiert. Der Kolpingsaal im Hotel "Sonne" war zu der Zeit nach der Festhalle der größte Veranstaltungsraum in der Stadt und konnte die über 200 Gruppenmitglieder und Ehrengäste kaum fassen.
Zur Hauptversammlung des Jahres 1981 mußte Sepp Schwarz sein Amt aus Gesundheitsgründen in jüngere Jahre (Freddy Pickels) abgeben. Bereits ein Jahr später am 02.02.1982 verließ uns Sepp, der die Gruppe durch seine vorbildliche Führung geprägt hatte, für immer.
1983 fiel dann dementsprechend die Feier zum 30-jährigen Bestehen bescheidener aus. Man feierte im vereinseigenen "Gockelheim". Gruppenführer Freddy Pickels konnte den Festgästen, unter denen Präsident Albert Brauchle und Narrenring-Präsident Gerd Herrigel waren, mit Stolz vermelden, daß die Seewald-Kobolde in diesem Jahr 120 Maskenträger aufweisen und damit zur zweitstärksten Gruppe nach den Buchhornhexen aufgerückt waren.
Im Jahr 1993 begingen die Seewaldkobolde ihr 40-jähriges Jubiläum. Im voll besetzten Trachtenheim an der Rotach begrüßte Gruppenführer Freddy Pickels zahlreiche Ehrengäste und stimmte auf den bunten und unterhaltsamen Abend ein.
2003 schließlich wurde in der Gockelwerkstatt das 50-jährige Bestehen mit einem Festakt am Morgen und einer Party bis in die frühen Morgenstunden gefeiert - ein bis dato noch nie dagewesenes Fest, das uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird!